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Friedhof der Unwörter

Nicht können gleich nicht wollen

Viele kennen den Spruch: "Kann-nicht liegt meistens in der Will-nicht-Straße". Die Schwierigkeit liegt darin, dies zu akzeptieren bzw. als Kann-nicht-Sager klar auszudrücken, warum genau er oder sie gerade nicht kann, will.

Wer war eigentlich EIGENTLICH?

Führung auf dem weltberühmten Münchner Westfriedhof.

Eine kleine Gruppe fein gekleideter Menschen spazierte durch die Reihen des Münchner Westfriedhofs und bestaunte die Gräber von Soraya, Robert Lemke und Hanns Seidel. Einige verweilten ehrfürchtig vor den Schauspielergräbern von Tilli Breidenbach, Maxl Graf und Michael Hinz. In der dritten Reihe beim vierten Grab von links erzählte Viktor, der Friedhofswächter, die Geschichte von dem hier begrabenen JA, ABER, das angeblich mehrfach wiederauferstanden war und den Menschen nicht nur zur Geisterstunde das Leben schwer machte. Keiner hätte es wirklich gesehen und doch hörten es alle immer und immer wieder. „Sehr gruselig, niemand ist vor diesem Quälgeist sicher", erzählte Viktor und gleichzeitig fuhr ein scharfer, kalter Wind unter die dicken Mäntel der Anwesenden.

Lisa, ein 7-jähriges Mädchen, zerrte an der Hand ihrer Mutter und zeigte auf ein sehr verwittertes Grab gleich rechts neben JA, ABER. „Mama, Mama, wer liegt denn da?" fragte Lisa aufgeregt. Völlig eingewachsen war der Grabstein kaum zu erkennen, geschweige denn welche Aufschrift er trug. Dennoch brannte eine Kerze auf dem Stein. Die Mutter gab die Frage an Viktor weiter und der kratzte sich nachdenklich am Kopf... Lisa zog wieder an der Hand ihrer Mutter und piepste. „Mag den niemand oder warum sieht das so unaufgeräumt aus? Und wer hat die Kerze dahin gestellt, der hätte doch sauber machen können." Viktor dachte laut nach: „Wer liegt EIGENTLICH in diesem Grab? Seit wann gibt es das EIGENTLICH? Wieso fällt mir das EIGENTLICH nicht ein?" und rieb sich die kalte Nase.
Lisa schob den Efeu auf die Seite und wischte auf dem Grabstein herum. „E-I-G" buchstabierte sie und „T-L-C-H" las sie weiter vor. Da schlug sich Viktor vor die Stirn und stöhnte: "Jetzt fällt es mir wieder ein, das war EIGENTLICH eine sehr seltsame Geschichte." Gespannt wandte sich ihm der Rest der kleinen Gruppe zu.eigentlich

„Ja, jetzt erinnere ich mich. Am 19.09.1999 kamen zwei ganz komische Vögel auf den Friedhof. Sie trugen sowas wie eine große Teppichrolle unter dem Arm und stellten sich als Herr Klartext und Frau Tacheles vor. Sie suchten ein Grab für ihren Cousin EIGENTLICH, das EIGENTLICH schon existieren sollte, sie es allerdings nicht finden könnten. Ich schaute in meinen Akten nach und sagte ihnen, dass Sie in der dritten Reihe beim fünften Grab von links fündig werden würden.
Danach gingen sie mit ihrer Fracht. Ich rief ihnen noch nach, dass sie erst einen Beerdigungstermin vereinbaren müssten, doch da waren die beiden schon ums Eck verschwunden. Am nächsten Tag war das besagte Grab neu aufgeschüttet und ein Grabstein mit folgendem Schriftzug stand darauf: „Hier ruht EIGENTLICH, das nie wirklich existiert oder einen Sinn hatte." Ich verständigte die Polizei, schließlich kann nicht jeder einfach so jemanden begraben! Herr Klartext und Frau Tacheles wurden herbeordert und stritten vehement ab, dass Sie etwas damit zu tun haben könnten. „EIGENTLICH ist da gar niemand im Grab, da es EIGENTLICH, ja gar nie sinnvoll gegeben hat." Das Grab wurde geöffnet und siehe da: EIGENTLICH war gar nix drin. Frau Tacheles und Herr Klartext zogen mit zufriedenen Gesichtern ab, rieben sich die Hände und brummten: „Haben wir doch gleich gesagt, damit ist die Sache hoffentlich endlich ein für alle Mal erledigt!" Bis heute weiß keiner, was damals mit Cousin EIGENTLICH passiert oder ob es ihn jemals gab."

„Und warum brennt dann da ein Kerze?" krähte Lisa hinter dem Rücken ihrer Mutter hervor. „Ja" sagte Viktor nachdenklich, „Weißt Du, manche Menschen können EIGENTLICH nicht vergessen und nicht ertragen, dass sie sich EIGENTLICH möglicherweise nur eingebildet haben. Deswegen glauben sie, wenn da eine Kerze brennt, dann hat EIGENTLICH wenigstens einmal einen Sinn.
EIGENTLICH oder wer auch immer unter diesem Grabstein liegt, möge in Frieden ruhen.

Die Moral von der Geschicht': Steh' zu dem was du sagst, denn EIGENTLICH braucht es im Sprachgebrauch nicht!

Sachdienlicher Hinweis: EIGENTLICH gehört zu den Unwörtern, die eine Aussage verwässern und uns damit ein Hintertürchen aufmachen, durch das wir sprachlich verschwinden können, wenn's eng wird. Weil EIGENTLICH haben wir es ja gar nicht so gemeint ;-) Lassen Sie es weg!

Tipp des Tages: Wir verwenden Füllwörter, wie EIGENTLICH meistens unbewusst. Das ist der Schlüssel zum Weglassen: Bauen Sie EIGENTLICH 15 Minuten lang dreimal bewusst in jeden Ihrer Sätze ein, dann können Sie es auch bewusst weglassen. Probieren Sie es aus und stehen Sie ab jetzt zu Ihren Aussagen.

JA, ABER ist tot!

Nachruf

JA, ABER ist von uns gegangen, verstorben bereits vor vielen, vielen, vielen Jahren. Der verwitterte Grabstein befindet sich auf dem Münchner Westfriedhof, dritte Reihe, viertes Grab von links. Der tragische Unfall liegt bereits viele Jahre zurück und trotzdem ist JA, ABER in aller Munde. Und was macht es da? – Blockieren, Verantwortung abgeben und wunderbare Ausreden beschaffen, ja das konnte es schon zu Lebzeiten ausgezeichnet. Diese meist sehr erfolgreiche Taktik des Ausbremsens wurde dem JA, ABER dann zum Verhängnis: es stieß ungebremst mit der TATKRAFT zusammen und war sofort tot. Ja aber

Doch, wie kam es dazu? Blicken wir zurück:

JA, ABER fuhr in voller Fahrt an den Menschen vorbei und trällerte: ♫♫♫   Ich will was Sinnvolles tun, ABER ich muss ja meine Rechnungen bezahlen.

JA ich ändere was, ABER wie und wann soll ich das bloß machen.

JA, ich übernehme die neue Aufgabe, ABER ich weiß nicht, ob ich das kann...♫♫♫

JA, ABER grinste zufrieden in den Rückspiegel, wieder hatte es geschafft, dass die Menschen, den ersten Teil gar nicht gehört  oder bereits wieder vergessen hatten und bis zu den Knien in Selbstzweifel, schlechtem Gewissen und Schuldzuweisungen standen. Sie palaverten und palaverten und palaverten, getan wurde – wie meistens - nichts. Zufrieden blickte JA, ABER über die Schulter zurück und flitzte in Richtung Marktplatz, um noch mehr Unzufriedenheit, Neid und schlechte Laune zu verbreiten.

Auf dem Markplatz hatten sich die TATKRAFT, die GELASSENHEIT und das SELBST-WERT-GEFÜHL getroffen und planten die Umsetzung ihrer Luftschlösser. Lasst uns unseren Traum leben! Was soll uns schon passieren! Alles wird gut! Wir können und schaffen das, es bringt guten Umsatz und es fühlt sich gut an.

Während sie sich gegenseitig ermutigten wurden sie immer größer und größer und füllten bald den ganzen Platz aus. JA, ABER schoss um die Ecke und stieß mit dem Bein der TATKRAFT zusammen. Diese merkte es kaum. JA, ABER wurde gegen die Wand aus SELBST-WERT geschleudert und brach sich sofort das Genick. Die GELASSENHEIT schüttelte den klebrigen Klotz vom Bein, streckte sich nochmal und los ging‘s in Richtung Luftschloss-Realisierung! JA, ABER möge in Frieden ruhen.

Die Moral von der Geschicht‘: Trau Dich, steh zu Dir und sei kein JA,ABER-Wicht!

Sachdienlicher Hinweis: JA, ABER gehört zu den Unwörtern, die Ihren Geist und Ihre Lust am Tun klein halten. Lassen Sie es ganz weg oder ersetzen Sie es durch UND. Sie werden sehen es funktioniert sehr gut und hilft beim Kurswechsel enorm!

Müssen musste sterben!

Tragischer Todesfall im Münchner Westend. Es war unvermeindbar, Müssen musste sterben. Doch was war geschehen? Blicken wir zurück auf diese Tragödie.müssen

Müssen auch bekannt als kleiner Zwangzwerg ging seiner Lieblingstätigkeit nach und warf seine vermeintlichen Zwangsnetze in Form von grünem Nebel über die Menschen die in der vorweihnachtlichen, besinnlichen Zeit extrem gestresst durch die Straßen schossen.
Er flüsterte den Menschen schicke kleine Sätzchen ins Ohr:

- Ich muss ganz dringend noch den Text abgeben.
- Die Oma muss noch im Krankenhaus besucht werden.
- Das Mittagessen muss gesund und frisch um 12 Uhr auf dem Tisch stehen.
- Ich muss noch die Klamotten für morgen bügeln.

Und schon waren sie noch mehr gestresst und brabbelten hektisch vor sich hin. Um Mitternacht als das letzte leise hektische Gegrummel der nächtlichen Ruhe wich und außer Müssen keiner mehr auf der Straße war, gab es plötzlich einen gewaltigen Blitz am dunklen Nachthimmel. Mangels Alternative und weil er sich ja irgendwo entladen musste, fuhr der Blitz in das weit gesponnene Zwangsnetz des kleinen Zwangszwerg. Dieser hielt alle Müssen-Enden fest in der Hand und konnte sich nicht entscheiden loszulassen, so schlug der Blitz mit voller Wucht in ihn ein und nach einigen wilden Zuckungen war Müssen tot. Müssen zerfiel zu Asche und wurde von der morgendlichen Brise verweht.

Die Menschen verschliefen die tragischen Ereignisse und fühlten sich am nächsten Morgen komisch aktiv und positiv – ja richtig energiegeladen. Sie sahen wieder klar und hüpften trällernd durch die Gegend.

- Den Text scheibe ich heute um 11 Uhr fertig und dann schicke ich ihn ab.
- Ich besorge Blumen und fahr am Nachmittag zur Oma ins Krankenhaus.
- Ich freu mich mit meinen Kindern gemeinsam eine gute Mahlzeit zu essen.
- Ach das bügel' ich noch schnell, dann kann ich morgen meine Lieblingsklamotten anziehen.

Die Moral von der Geschicht': Entscheide Dich, denn müssen musst Du nicht!

Sachdienlicher Hinweis: Müssen gehört zu den Unwörtern, die Ihrem Unterbewusstsein Zwang einreden. Das reagiert dann wie 3-4 jährige Kinder, die ins Bett sollen, aber nicht wollen und die entwickeln jede Menge, zugegeben sehr fantasievolle Ausreden, warum sie nicht ins Bett müssen. Genauso reagiert Ihr Unterbewusstsein auf Müssen.
Ersetzen Sie Müssen durch aktive Verben und schon geht's leichter und vor allem vorwärts.

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